Sonntag, 5. Januar 2014

Cambodia

Gleich eines vorweg, falls die Nachrichten über Kambodscha ihren Weg nach Deutschland gefunden haben. Ich bin inzwischen aus Kambodscha zurück und habe die Demonstrationen nur am Rande mitbekommen. Aber auch in Bangkok wird für den 13. Januar mit einem mehrtägigen Shutdown gerechnet, so dass ich für morgen einen Flieger nach Kuala Lumpur gebucht habe.

Aber der Reihe nach:

Nach einer siebenstündigen Busfahrt komme ich in Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha an. 
Restaurantküche an der Grenze

Obwohl es auch eine lokale Währung gibt, wird fast alles in US Dollar gezahlt. Auch die Geldautomaten geben nur Dollar her. Oder eben auch nicht, wie in meinem Fall und auch die Karte wird mit einem höhnischen "Transaction cannot be processed, take your card" gefressen. Gut, stand eigentlich auch auf dem Automaten drauf: "Nix, doof" oder so ähnlich :-) Zum Glück habe ich noch zwei Ersatzkarten. Lediglich meine Bank zu erreichen um die Karte sperren zu lassen gestaltet sich schwierig, da weder mit dem Handy noch vom Hotel aus internationale Calls möglich sind. Zum Glück erreiche ich per Whatsapp eine Freundin, die meine Bank daraufhin informieren kann.

In Phnom Penh bekommt man wieder auf Schritt und Tritt ein TukTuk angeboten, inklusive absolutem Unverständnis wenn man lieber laufen möchte. Ein TukTuk-Fahrer rief mir sogar erbost hinterher: "When I come to your country I walk, too" (Muss wohl einer von den Grünen gewesen sein :-) )
Werkstatt

kreative Verkabelung in Phnom Penh

Die nächsten Tage geht es tiefer in die jüngere Geschichte von Kambodscha. Wer in meinem Alter ist, assoziert Kambodscha möglicherweise noch irgendwo düster mit Terror und Gewalt. Als Pol Pot mit seiner Roten Khmer 1975 an die Macht kam, versuchte er das Land in einen Agrarstaat zu verwandeln. Fast alle Gebildeten und Intellektuellen wurden arrestiert, gefoltert und inklusive Frauen und Kinder ermordet. Als intellektuell galten zeitweise bereits Leute die eine Brille trugen. Dabei wurden keine Kugeln verschwendet. Die Leute wurden mit allem erschlagen was gerade zur Verfügung stand, Kinder wurden einfach mit dem Kopf gegen einen Baum geschlagen bis sie tot waren. 
Prison S21

Besichtigen kann man von diesen Greueltaten noch das Prison S21 (Tuol Sleng Genozid Museum) welches ursprünglich einst eine Schule war bevor es in ein Gefängis umgewandelt wurde und eines der zahlreichen Killing Fields auf denen die Menschen hingerichtet und in Massengräbern verscharrt wurden. (Unbedingt die Audiotour machen und Taschentücher mitnehmen). 

Zurück in Phnom Pengh gestaltet sich die weitere Besichtigung der Stadt zunehmend schwieriger, da ich immer mehr Demonstrationen ausweichen muss. (Später habe ich erfahren, dass es sogar zu einer Schießerei kam.) 
Demonstrationen in Kambodscha

Wieder mit dem Bus geht es weiter zu Siam Reap. Die Straße ist ausgesprochen holprig und uneben, dementsprechend müssen wir auch unterwegs bei einem anderen Bus Pannenhilfe leisten.

Siam Reap ist bekannt fuer seine riesigen Tempelanlagen (an denen auch Tomb Raider gedreht wurde). Statt viel zu schreiben, lieber ein paar Bilder:









Angelina Jolie, wo bist du?

Silvester feier ich mit ein paar Leuten in einer Kneipe in der Pubstreet: 
Gedränge in der Pubstreet

Dann geht es mit dem Bus über die Grenze zurück nach Thailand. Der Grenzübertritt ist unspektakulär (offensichtlich wurde erst vor einigen Tagen die Regelung geändert: Auch bei Einreise über Land gibt es jetzt endlich 30 Tage Aufenthaltserlaubnis.)

Und so komme ich nach ziemlich exakt zwei Monaten (minus zwei Stunden) wieder in meinem Hostel in der Silom Soi an und jetzt zeigt sich auch der Vorteil von kleinen familiären Hostels: Die Inhaberin erkennt mich gleich wieder und bucht mich von einem 8 bed dorm in ein 4 bed dorm um und sorgt dafür, dass dieses auch nach 15 Minuten zur Verfügung steht. :-)

Erstaunlich wie sich doch die Wahrnehmung bei so einer Reise ändert: Vor zwei Monaten empfand ich den Verkehr in Bangkok noch als stressig und die Straßenüberquerung anspruchsvoll aber zurück aus Vietnam und Kambodscha empfinde ich es jetzt hier als geradezu ruhig und ausgesprochen entspannend. :-)

Und für heute Abend hoffe ich mich mit Oli einem Freund aus Deutschland auf ein Bierchen treffen zu können.

1 Kommentar:

  1. Hallo Dirk, ich freu mich, wieder deine Bilder zu sehen, hab mal nachgeschaut über
    Killing Field, es ist erstaunlich, das die Menschen trotz allem noch so freundlich und fröhlich sind. Ich hätt, glaub ich auch ein Taschentuch gebraucht :-) Hoffe, das Bier hat geschmeckt und weiterhin gute Reise.
    Lg Heidi

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