Mittwoch, 16. April 2014

von Nelson bis Wellington

Von Nelson aus ist die Reststrecke überschaubar, so dass ich mir etwas mehr Zeit lassen kann. Zunächst statte ich dem kleinen Hafenstädtchen Picton einen Besuch ab. Dies ist der Ausgangspunkt zu den Marlborough Sounds und der Nordinsel. Öffentliche Toiletten gibt es reichlich in Neuseeland, mein Favorit steht aber in Picton: Mit Sensortasten und Sprachansage "Door is now locked. You have 10 minutes" und dann wird beruhigende Musik gespielt.
Nelson

Meine nächste Übernachtung ist in Kaikoura. Kaikoura kann sehr trostlos sein im Winter und jetzt ist erst Herbst und verregnet noch dazu. Eigentlich kann man von hier aus zur Walbeobachtung aufbrechen, da die Meeressäuger die warme Meeresströmung bevorzugen. Nach kurzer Überlegung ob ich wirklich bei Wind und Regen raus aufs Meer will um ein- bis zweimal eine Walflosse zu sehen entscheide ich mich doch lieber für eine Wanderung auf der Halbinsel, die einen direkt an einer Seehundkolonie vorbeiführt.
Park aus Walfischknochen

Seehundkolonie

Meine letzte Station auf der Südinsel ist Hanmer Springs um noch einmal ein bisschen zu relaxen und auszuspannen. Hanmer Springs ist berühmt für seine warmen Quellen. Ich gebe zu, ich hätte mich besser informieren sollen. Vor dem geistigen Auge hatte ich eine Wanderung zu einer unberührten natürlichen Quelle mitten in der Natur gehabt und nicht eine Badeanstalt mitten im Ort. Aber wenn man schon mal da ist....
die heisse Quelle

Es sind gefühlt fast halb so viele Bademeister (engl: Lifeguard) da wie Badegäste und haben aufgepasst. Einige Gäste wollen mit der Luftmatratze ins Schwimmerbecken. Manche werden echt nie erwachsen! Ich bekomme mit, wie sie vom Lifeguard (dt: Bademeister) zusammengestaucht werden als ich gerade auf dem Weg zur Reifenrutsche bin.

Das Hostel in Hanmer Springs ist klein (nur 20 Betten) und gleicht einer Berghütte. Erfreulich, dass es Hostels gibt die nicht jeden Meter mit Betten zustellen, sondern bei denen gemütliche Gemeinschaftsbereiche im Vordergrund stehen. Überhaupt sind die meisten Hostels in  NZ bisher klein und fein und mit netten Extras gewesen: So gab es beim Franz Josef abends heiße Suppe, im Bugs in Nelson selbstgebackenes Brot und im Hanmer Springs Backpackers einen professionellen Massagestuhl den jeder Gast einmal pro Tag kostenfrei benutzen darf. Und es gibt "Hot Bottles" im Schlafraum. (wem es wie mir geht und nicht weiß was das ist: Wärmflaschen!). Und das ist nicht als Witz gemeint, es ist nachts wirklich saukalt. (In der zweiten Nacht kann ich zum Glück den Bayer in meinem Schlafzimmer gerade noch davon abhalten bei offenem Fenster schlafen zu wollen).
Gemütliche Ecke im Hostel...

...genau das richtige um mal wieder zu lesen.

Blick auf Hanmer Springs

Die letzten Kilometer sind schnell geschafft und nun bin ich wieder in Christchurch angekommen, habe mein kleines Auto nach 2150 KM wieder abgegeben und habe den Flieger nach Wellington genommen.
mein kleiner Kiwi

Wellington wird ganz gerne als schönste kleine Großstadt bezeichnet. Bei schönem Wetter (mein erster Tag) kann man den Mount Victoria besteigen und Nachmittags mit der Standseilband zum botanischen Garten fahren.
Blick von Mnt. Victoria

moderne Kunst in Wellington

die Ausserirdischen kommen

Standseilbahn schweizer Produktion

Bei schlechtem Wetter (mein zweiter Tag) kann man den ganzen Tag im Te Papa, einem riesigen Museum verbringen, welches viele Bereiche von Naturwissenschaft, Geschichte und Kunst abdeckt (und außerdem kostenfrei ist)
Und wenn es dann am nächsten Tag immer noch regnet besucht man noch das Wellington City & Sea Museum, welches durchaus auch sehenswert ist und stattet Old St. Paul's einen Besuch ab. Dabei handelt es sich um eine alte Kirche von 1866 die ganz aus Holz ist und längst abgerissen werden sollte, da sie zu klein ist und die durch New St. Paul's Cathedral ersetzt werden sollte. (wer DIE gesehen hat, versteht warum es dagegen Proteste gab. )
Old St. Paul's

New St. Paul's (von innen genauso hässlich)

wie passend.. scheint hier öfters zu regnen

Morgen verlasse ich das verregnete Wellington auch schon wieder und mache mich mit dem Zug nach Auckland auf. Lt Seat61 einer der schönsten Bahnstrecken der Welt.

Kommentare:

  1. Hihi, über diese Toilette haben wir auch herzlich gelacht. Da kann man nur hoffen das man nicht länger als 10 Minuten braucht :-)

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  2. die sollten dann aber zumindest anfeuernde musik spielen und keine beruhigende, nicht dass man während den 10 minuten auf der schüssel einpennt ;-)

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