Freitag, 25. April 2014

von Wellington bis Rotorua

Noch ein paar Bemerkungen zum Autofahren in Neuseeland:
Scheibenwischer und Blinker sind leider auch vertauscht. Und daran kann man sich erstaunlich schlecht gewöhnen.
Als ob der Kreisverkehr links herum nicht schon schlimm genug wäre, blinken die Kiwis im Kreisverkehr auch komplett anders: Geblinkt wird wie bei einer normalen Kreuzung. Sprich: Wenn man die 2. Ausfahrt nimmt wird nicht geblinkt, nimmt man die 3. Ausfahrt wird rechts geblinkt, etc. Wie man allerdings anzeigt, dass man wendet, d.h. die 4. Ausfahrt nimmt ist mir schleierhaft.
Mit dem Auto ist man in Neuseeland wesentlich flexibler und oft steht ein braunes Schild am Straßenrand mit Hinweis auf einen Aussichtspunkt oder einen Wanderpfad. Da ist es angenehm wenn man schnell spontan den Scheibenwischer einschalten und links raus fahren kann. Deswegen habe ich mir auch für die Nordinsel wieder einen Mietwagen geholt.

Aber von Anfang an:
Die letzte Nacht in Wellington ist extrem stürmisch. Der Zug am nächsten Tag hat dann auch 90 Min. Verspätung, da erst einmal die Gleise freigeräumt werden müssen. Und damit haben wir noch Glück gehabt: Wie ich später vom Schaffner erfahre gab es sogar schon Überlegungen den Zug ganz ausfallen zu lassen.
Das Karfreitag an diesem Tag ist habe ich natürlich komplett verschlafen. Dabei hätte ich eigentlich stutzig werden müssen, als man mir schon bei der Buchung sagte, dass an diesem Tag kein Alkohol im Zug ausgeschenkt wird. So endet mein schöner Plan mich auf dem Weg zum Zug noch mit Proviant für die 11stündige Fahrt einzudecken sehr abrupt an der geschlossenen Supermarkttür.

Die Bahnfahrt ist wirklich einer der schönsten die ich kenne, dadurch dass man nicht die ganze Zeit neben der Strasse her fährt sondern die Bahngleise mitten durch die Landschaft führen.


Ankunft in Auckland
 Spätabends kommen wir dann in Auckland an. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten zählt Mt. Eden, ein bewachsener Vulkankrater vor der Stadt und das MOMAT, das Museum of Transport and Technology. Das Wetter meint es gut mit mir: Starkregen, so dass ich kein schlechtes Gewissen habe, dass ich den ganzen Tag im Museum verbringe.
Auckland

Mount Eden
 Auch auf der Nordinsel nehme ich mir wieder ein Auto, und fahre erst einmal auf die Coromandel Halbinsel, genauer gesagt nach Whitianga. Von hier aus kann man eine Bootstour zum Cathedral Cove und einen Ausflug zum Hot Water Beach machen. Letzteres hat seinen Namen nicht von ungefähr: Bei Ebbe kann man eine Grube in den Sand buddeln, die sich von unten dann mit heißem Wasser füllt.

Cathedral Cove

Cooks Beach

Sonnenuntergang in Whitianga
Es kommt nicht oft vor, dass ich mich nur aufgrund des Namens für ein Hostel entscheide, aber in Rotorua ist das der Fall: So gastiere ich hier im "Blarney Rock" direkt über einem Irish Pub welches ich auch ausgiebig teste.

Blarney Rock Hostel in Rotorua
 Rotorua wurde mitten in ein höchst aktives Thermalgebiet gebaut. Nicht umsonst heißt die Stadt auch Smellytown. Der liebliche Duft von Schwefel liegt meist in der Luft. Wenn man unter Blähungen leidet ist man hier bestens aufgehoben. Nicht wegen des Heilwassers, sondern hier riecht es keiner :-). Selbst im Stadtpark, dem "Kuirau Park" kann man viele Quellen und Pools mit heißem Wasser oder Schlamm sehen. (Also ich glaube, ich hätte kein gutes Gefühl dabei in einer Stadt zu wohnen, in der die Erde brodelt, aber naja kein Wunder, dass die Neuseeländer Adrenalinjunkies sind.)
Die Hauptattraktionen sind Waimangu Volcanic Valley und Wai-O-Tapu Thermal Area die 30 KM vor der Stadt liegen. In Wai-O-Tapu gibt es einen Geysir, der jeden Tag um exakt 10.30 ausbricht....nachdem mit Seifenpulver nachgeholfen wurde. Wie man in BWL gelernt hat ist antizyklisches Verhalten nicht die schlechteste Idee, und während die Touristenmassen den Vormittag am spritzenden Erdloch stehen habe ich Waimangu fast komplett für mich alleine. Der Hike durch den Park ist eher ein Spaziergang. Wer es etwas anspruchsvoller mag kann den Mt. Haszard Wanderweg nehmen, der laut vielfachen Warntafeln nur mit festen Schuhen und ausreichend Kondition begangen werden soll (WARUM?!? Weil die Stufen nur aus Holz sind und nicht gleich in den Berg planiert und geteert wurden??)
Waimangu Volcanic Valley



Inferno Crater

"Anspruchsvoller" Weg zum Mt Haszard


Lake Rotmahana. Passenderweise sind auch die Schwaene schwarz ;-)
Nachmittags geht es endlich weiter zu Wai-O-Tapu, wo sich die Touristenmassen inzwischen etwas gelichtet haben.
Artist's Palette

Frying Pan Flat

The Champagne Pool

Vulkanmonster

Devil's Bath

Dirk macht Mimese

Mud Pool
An Regentagen kann man in Rotorua das alte Badehaus besichtigen, welches zum Museum umgewandelt wurde. Dem Badehaus war nur mäßiger Erfolg beschienen. Schon vom Start weg hatte man aufgrund des mineralhaltigen Wassers mit starker Korrosion zu kämpfen.
Rotorua Museum (altes Badehaus)

altes Bad
Natürlich muss ich auch eine Tour nach Hobbiton mitmachen. Frühmorgens geht es mit dem Bus in das Filmset vom Hobbit-Film. (Die Kulissen vom Herr der Ringe Film standen hier zwar auch wurden aber seinerzeit wieder abgerissen). Zum Abschluss der Movietour bekommt man dann auch sein Bier im Green Dragon Inn (um 11 Uhr vormittags.. ;-) )

Hobbiton



Green Dragon Inn



1 Kommentar:

  1. Hi Dirk,
    die Bilder sind beeindruckend, kann man sich mit der Zeit an den Schwefelgeruch gewöhnen? Das Bier im Green Dragon hat hoffentlich geschmeckt und war nicht so alt wie der Film :-)
    lg Heidi

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