Donnerstag, 12. Juni 2014

costaricanische Sprachverwirrung

zugegeben diesmal war ich doch ziemlich nervös, da ich nicht wusste was mich bei dem Sprachkurs und der Gastfamilie erwartet. Andererseits redete ich mir ein, dass bestimmt keiner den Sprachkurs besucht der bereits perfekt spanisch spricht.

Am Flughafen soll ich von einem Fahrer abgeholt werden, der mich zu meiner Gastfamilie bringt. Der Fahrer verspätet sich allerdings und so warte ich eine ganze Weile. Sehr erfreulich: Mehrere andere Fahrer fragen mich ob sie mir helfen können und zwei bieten mir sogar ihr Handy an damit ich in der Sprachschule anrufen könne.

Schließlich taucht der Fahrer doch noch auf und bringt mich nach San Pedro, genauer gesagt in den Stadtteil Vargas Araya. Leider spricht meine Gastmutter keinerlei englisch und ihre Tochter Laura bloß ein bisschen. Aber gut, ich bin ja hier um spanisch zu lernen! Dafür sind noch zwei andere Sprachschüler hier untergebracht, so dass man sich auch mal englisch unterhalten kann wenn die Gastmutter gerade nicht hinhört.

In Costa Rica ist einiges anders, so besteht eine Adresse nicht aus einer ordinären Straße und Hausnummer sondern aus einer relativen Angabe zur einem markanten Punkt. So ist meine Adresse: "Am Si-Supermarkt 100  Meter West und 100 Meter Nord". Wobei die 100 Meter nicht wörtlich zu nehmen sind, sondern damit ein Häuserblock gemeint ist. (klar, hätte man auch drauf kommen können ;-) ).
meine Strasse in San Jose (sieht schlimmer aus als es ist)

mein Zimmer. Ab und zu schauen 2 Hunde und eine Katze vorbei

Leider ist gerade Regenzeit in Costa Rica. Übersetzt heißt das, dass morgens die Sonne scheint und es am Nachmittag plötzlich anfängt so stark zu schütten, so das selbst der beste Regenmantel nur noch als Notbehelf durchgeht. Mir gehen langsam die trockenen Sachen aus.

Wäsche trocknen auf costaricanisch
Am nächsten Tag wird uns der Weg mit dem Bus zur Schule gezeigt. Es gibt keine einheitlichen Busse und auch keine wirklichen Busnummern, sondern man muss auf den unterschiedlichsten Aufschriften auf der Frontscheibe das gewünschte Ziel finden und das möglichst schnell, den die Busse halten nur auf Handzeichen. (Kurzsichtige haben hier definitiv verloren). Im Bus drückt man dem Fahrer 255 Colones, umgerechnet 34 Cent, in die Hand und damit kommen wir auch schon zum zweitwichtigsten Bestandteil eines jeden Busses. Die Kasse! Sie besteht aus einer Schaumstoffbox, in der der Busfahrer die Münzen hat und das Wechselgeld schon mal vorsortiert. Wenn man Glück hat macht er das sobald er im Stau oder an der Ampel warten muss, wen man Pech hat, macht er das während des Fahrens. Wenn Ihr euch jetzt fragt was der wichtigste Bestandteil eines jeden Busses ist: Ein tragbares Autoradio aus der die Lieblingsmusik des Busfahrer dudelt (DAS sollte man bei unseren langweiligen Bussen auch mal einführen).
mein Bus

Man beachte die wichtigsten Bestandteile

Apropos Einführen: In der Schule müssen alle Neuen erst einmal einen Einführungstest machen, dabei bekommen wir ein paar Fragen gestellt und wenn das Fragezeichen im Gesicht noch nicht gleich am Anfang groß genug ist bekommt man noch ein Schaubild gezeigt zu dem auch noch ein paar Fragen gestellt werden. Nach drei Minuten steht fest: Glorreich komme ich in den Anfängerkurs. Groß ist allerdings die Freude, dass drei der Leute mit denen ich vor der Schule schon ins Gespräch gekommen bin, im gleichen Kurs sind.
die Sprachschule

meine Klasse

die Mitschüler

Der Unterricht geht jede Woche 20 Stunden, nach dem Spanischstunden werden auch noch kostenlose Koch- und Tanzkurse angeboten. Man bemüht sich in der Schule wirklich alles so angenehm wie möglich zu machen.

Lediglich mit der Praxis hapert es noch ein bisschen. So will ich meiner Gastmutter stolz erzählen, dass ich einen Kochkurs in der Küche hatte. Ihr entsetzter Blick darauf klärt sich zum Glück schnell auf. Statt von "cocina" (Küche) hatte ich wohl was von "cocaina" gefaselt.
der Hauptmarkt in San Jose

freundlicher Käfer unterwegs ;-)

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