Mittwoch, 23. September 2015

something completely different: Japan

Wenn die Leute auf der Rolltreppe streng links stehen, das Telefonieren in der U-Bahn verpönt ist,
der Straßenkehrer Kaugummis mit dem Spachtel vom Asphalt kratzt, es an jeder U-Bahn-Station saubere UND kostenlose Toiletten gibt und man in sein Hotelzimmer keinesfalls vor der offiziellen Checkin-Zeit reingelassen wird.... dann ist man in Japan.

Tokioter U-Bahn
Obwohl Japan nicht gerade das typische Touristenland ist, zeigt man sich sehr bemüht. Das merkt man schon wenn man in Haneda international Airport ankommt. Speziell für Touristen gibt es ein "Welcome"-Ticket welches die Zugfahrt in die Stadt und einen 1/3/5 tägigen Metropass beinhaltet. Ein Tipp auch für den Skytree in Tokyo: Wenn man die lange Schlange umgehen will gibt es für ausschließlich Touristen einen Fastlane-Schalter (Reisepass nicht vergessen).

Los geht es in Tokyo: Das Tokioter U-Bahnsystem ist eigentlich ganz einfach sobald man herausgefunden hat was die ganzen Zahlen bedeuten. Bis dahin kann es aber schon mal passieren, dass man in der falschen Richtung unterwegs ist. So hat jede Station eine Nummer und auf den Fahrplänen steht jeweils auch der Fahrpreis zu dieser Station, welchen man vorab entrichten muss. Im Zweifelsfall kauft man einfach das billigste Ticket: An jedem Ausgang gibt es einen Automaten zum Nachzahlen. Apropos Automaten: Beim Geldautomaten ertönt bei jeder Aktion eine andere lustige Melodie. (Beim ersten mal Geldabheben bin ich in Gelächter ausgebrochen). Überhaupt neigen die Japaner sehr zur Verniedlichung. Das merkt man an den vielen lustig designten Hinweisschildern.


Essensmodelle
In Japan mit englisch zurecht zu kommen ist gar nicht so einfach. Obwohl alle sehr freundlich und bemüht sind, kommen die meisten mit ihren Sprachkenntnissen über ein "english Menu?" nicht hinaus. Dabei ist das "english Menu" gar nicht unbedingt notwendig, da die meisten Restaurants ihr Essen als Pastikmodell am Eingang präsentieren.
Bei kleineren Imbissen kann man oft gleich an einem Automaten ordern indem man auf die bunten Bilder tippt. (Gut, auch das kann schiefgehen und das was man für eine Beilage hielt entpuppte sich als zwei weitere Hauptspeisen :-) ).

Edo-Tokyo-Musuem
Was kann man in Tokyo außer den vielen Schreinen und Parks noch ansehen? Die Rathaustürme, die kostenlos sind und bis Mitternacht geöffnet haben, das Edo-Tokyo-Museum, ein futuristischer Bau mit einer interessanten Ausstellung über die Geschichte von Janpan und Tokyo,
Shibuya
natürlich die wahrscheinlich belebteste Straßenkreuzung der Welt im Viertel "Shibuya" (von angrenzenden Gebäude aus hat man einen guten Blick) und das hochmoderne Odaiba-Viertel mit futuristischer Architektur.



Am nächsten Morgen geht es in aller Frühe zur Thunfischauktion auf dem Fischmarkt. Die ist zwar kostenlos aber es gibt nur streng limitierte Tickets. Ich bin gerade noch rechtzeitig da. Die Auktion selber... jaa, kann man mal sehen, muss man aber nicht. Ich hatte es mir spektakulärer vorgestellt.



Ich hab meinen Railpass




Ich bekomme meinen Japanrailpass für unlimitierte Bahnfahren. Hier merkt man, was Organisation und Disziplin ist: Die Reisenden stehen am Bahnsteig bereits alle am richtigen Haltepunkt für ihren Wagen; kein langes Suchen nach der richtigen Wagennummer. Der Zug hat nur ein paar Minuten Aufenthalt. Wer erst beim Halten anfängt sein Gepäck zusammenzusuchen hat verloren! Wer den Zugführer oder das Bahnsteigpersonal mal etwas beobachtet dem werden die komischen Handbewegungen auffallen, die sie in regelmäßigen Abständen machen. Möglicherweise müssen sie Signale nicht nur sehen, sondern auch daraufdeuten? Falls jemand eine bessere Erklärung hat, würde ich mich über eine Mail oder einen Kommentar freuen.
 Zu einer zünftigen Zugfahrt gehört auch was anständiges zu essen. Zum Glück kann man sich an jedem Bahnhof mit allem erdenklichen Eindecken. Und nein, ich weiß nicht was das alles war. Aber es war lecker!!









Natürlich gehört auch ein Aufenthalt in einem typischen Ryokan zu eine Japanreise. Man schläft auf Futons die man direkt auf den Tatamimatten aufbaut. Es gibt ein Bad zur gemeinsamen(!) Körperreinigung und einem anschließenden heißen Pool. (und ich meine auch heiß!).

In Kanazawa gibt es einen sehenswerten "Ninja"-Tempel. Tatsächlich waren die Ninja zwar nie in diesem Gebäude aber es ist beeindruckend, wie viele Geheimgänge und Fallen in einem Haus, das nur aus dünnen Holz- und Stoffwänden besteht stecken.

Abends bin ich in einer japanischen Minikneipe: Der Gastraum besteht nur aus einer einzigen Theke, an die gerade mal sechs Leute passen. Schnell komme ich mit den Japanern ins Gespräch: Je mehr Sake die Geschäftsleute intus haben desto besser können sie englisch. Frage: Wie bekommt man einen Japaner zum Lachen: Man erzählt ihm wie viel Urlaub in Deutschland üblich sind.

Auch ein Abstecher nach Hiroshima muss sein. Der Peacepark und die Atombombenkuppel sind eindrucksvoll und das angrenzende Museum treibt einem die Tränen in die Augen. Die Stadt selber ist leider nicht sehr hübsch. Da macht man dann besser noch einen Abstecher zu Miyajima, einer Insel mit einem im Meer stehenden Toriigate.

Toriigate
Weiter geht es nach Kyoto. Eine nette Stadt, die ich zum Einkaufen von Yukatas und japanischen Whiskeys nutze. Den "Tipp" im Templedistrict könne man gut shoppen, ignoriere ich zum Glück. Bei den Massen, die mir dann dort entgegen kommen ist an gemütliches Shoppen nicht zu denken. Ein wenig außerhalb gibt es noch zwei Hauptattraktionen von Japan:

- Die Allee von Toirigates beim Fushimi Inari-Taisha: Tausende von roten Torii die auf den Berg hinauf und wieder hinunter führen. Je höher man kommt desto mehr hat man die Chance mal ein Bild ohne Touristen machen zu können. :-)

Bambuswald
- Der Sagano Bambuswald: Zwar ist das Gebiet nicht allzu groß, bekommt aber durch die Massen an Bambus einen sehr exotischen Flair.










Mount Fuji
Für die letzten Tage muss noch ein Abstecher zum Mount Fuji sein. Leider lässt mich das Wetter nun im Stich, so dass ich den Gipfel nur kurz von meiner Unterkunft sehe. Natürlich hält mich das nicht davon ab, trotzdem von der Mittelstation ins Tal zu wandern auch wenn ich mein "Die alte Regenjacke tuts schon noch" bitter bereue. Apropos Regenmantel: Japaner haben einen Regenschirmfetisch: Überall kann man sich Regenschirme ausleihen oder Billigregenschirme aus dem Automaten holen. Vor manchen Hotels gibt es spezielle abschließbare Regenschirmständer für die Gäste.

Leider geht es dann auch schon zurück nach Tokyo wo ich noch einen kurzen Abstecher nach Akihabara "Electric City" mache, in dem sich Elektro-, Computer und Comicfigurenläden aneinanderreihen nur unterbrochen von riesigen Spielhallen.
Natürlich war Mundi mit dabei!

Und nun wird schon wieder die nächste Reise geplant, auch wenn das Visum diesmal ein Glücksspiel sein könnte
japanisches Frühstück....wo gibts Kaffee und Toast???!?!

1 Kommentar:

  1. Tja Dirk, wenn du noch lange so weitermachst, hast du bald die ganze Welt gesehen.:-) Bleib dabei und sammle immer neue Eindrücke, es gibt noch viel
    zu sehen !!!!

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