Samstag, 12. Dezember 2015

Iran 2: Von Kerman bis Teheran

Das ich mit Iran in der Reise-Oberliga angekommen bin merke ich an den anderen Iranreisenden die ich unterwegs kennenlerne: unter anderem eine Pärchen, dass in einem umgebauten Truck seit 10 Jahren unterwegs ist, eine Mitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen, die in Syrien und in Afghanistan gearbeitet hat, ein Schönheitschirurg, der schon über 60 Länder gesehen hat...

Als nächstes steht Kerman auf dem Programm und da besonders die Rayen Citadel eine alte verlassene Wüstenstadt aus Lehm.
Rayen Citadel

Natürlich muss auch ein Ausflug nach Persepolis dabei sein. Wie der Name schon sagt war dies die alte Stadt der Perser bevor sie ca. 500 v.Ch. von Alexander dem Großen zerstört wurde. Zahlreiche Ruinen zeugen noch davon. Dies ist auch der einzige Ort in dem man auf eine nennenswerte Anzahl von Touristen trifft. 
Persepolis

Ebenso sehenswert sind die prächtigen Grabeingänge in der Nähe. Die Gräber selber können jedoch leider nicht besichtigt werden.

Weiter geht es nach Shiraz. Tatsächlich kam hier einst der gleichnamige Wein her, der jetzt in Australien und Südafrika angebaut wird da nach der islamischen Revolution kein Wein mehr hergestellt werden darf. Unterwegs lohnt sich ein Abstecher zum Imamzadeh-ye Ali Ebn-e Hamze Shrine. Leider können die Bilder die ganze Pracht die durch die vielen Spiegel ausgeht nur unzureichend wiedergeben.
Glitzershrine

Wer shoppen mag der kommt in Isfahan auf seine Kosten: Eine riesiger Bazaar erstreckt sich, unterbrochen von einigen Moscheen und Palästen, im Nordosten der Stadt. Man sollte über einen guten Orientierungssinn verfügen oder ein GPS-fähigen Gerät dabei haben. Und das meine ich ernst: Wenn man sich erst mal vom großen Platz in den weniger touristisch geprägten Teil des Markt stürzt, stehen die vielen kleinen überdachten Gassen mit ihren Hinterhöfen und -läden einem Labyrinth in nichts nach.
Bazaar

Apropos Einkaufen: Shopping im Iran ist im Vergleich zu anderen Ländern ausgesprochen angenehm.
Niemand versucht Leute in den Laden zu schleppen oder aufdringlich etwas zu verkaufen. Die Preise die angesagt werden oder auf den Waren stehen sind auch tatsächlich die ehrlich gemeinten Endpreise. Gelegentlich kann man noch ein paar Prozent Nachlass aushandeln, aber sicher keine Halbierung. Allerdings sollte man sich immer nach der genutzten Währung erkundigen. Viele Händler weisen bei Touristen auch gleich von sich aus darauf hin ob es sich bei dem Preis um Rial oder Kherman handelt.
Morgenstimmung

Normalerweise ist der Zayandeh der durch Isfahan fließt um diese Jahreszeit ausgetrocknet, aber aufgrund schwerer Regenfälle in den Vorwochen ist das gerade nicht der Fall. Der abendliche Spaziergang am Fluss und über die Brücken ist stimmungsvoll. An den Brücken stehen Iraner und singen zusammen und trinken Tee.
über den Zayandeh

Nach den vielen, meist sehr schön gestalteten Moscheen mit ihren Fliesen und Kacheln, freue ich mich auch mal wieder eine Kirche zu sehen. 
Vank-Kathedrale

Im armenischen Viertel gibt es gleich zwei davon und die sind auch sehenswert. Was man vom armenischen Friedhof etwas außerhalb nicht sagen kann. Ohnehin brauche ich dafür eine offizielle Genehmigung. Dafür gibt es im armenischen Viertel noch etwas anderes was das europäische Herz höher springen lässt: Echten gerösteten Kaffee, nicht den sonst in Iran üblichen Instant-Muckefuck.

echter Kaffee!!!

Auf dem Rückweg nach Teheran lege ich noch einen kurzen Abstecher nach Abyaneh ein: Ein historisches Dorf, das zum Teil schon ziemlich verfallen ist, zum Teil noch von einigen älteren Einwohnern bewohnt wird. 
Abyaneh

Wer mich kennt weiß, dass verlassene Orte mein zweites großes Steckenpferd ist und so war ich begeistert, als ich den Eingang zu einem verlassenen Badehaus fand. Ansonsten braucht man für Abyaneh nicht mehr als zwei Stunden.
lost places: Badehaus
Zurück in Teheran musste natürlich noch Khomeni in seiner kleinen bescheidenen Hütte ein Besuch abgestattet werden. Obwohl gerade Gebetszeit war, stört es keinen wenn man rumläuft und Fotos macht. Lediglich wenn man sich auf der falschen Seite des Sargs (es gibt eine Seite für Frauen und eine für Männer) befindet wird man dezent drauf hingewiesen.
Khomeni Mausoleum

Zurück in Teheran stelle ich fest, dass das internationale ungeschriebene Gesetz, dass Museen immer Montags zu haben hier nicht gilt. Hier haben die meisten leider am Freitag zu. Und da hier auch Sonntag nicht Sonntag sondern Freitag ist haben ebenso alle Geschäfte zu. So vertreibe ich meine letzten Stunden auf einem iranischen Flohmarkt und beim Besuch des Azadi Turms ehe es nachts zurück zum Airport geht.

Azadi Tower

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