Sonntag, 14. Mai 2017

Stopover in Shanghai

Fliegt man in ein Drittland weiter, so kann man in Shanghai einen visafreien Stopover machen, der maximal 144 Stunden dauern darf. Vorausgesetzt man kann ein bestätigtes Weiterflufticket vorweisen. Die Regelung, die seit 2016 gilt, hat sich leider noch nicht überall rumgesprochen, so dass es zweckmäßig ist, einen Ausdruck des Reiseinformationssystems TIMATIC dabei zu haben, den man notfalls beim Check-in vorzeigen kann. In Shanghai selber ist die Einreise dagegen überhaupt kein Problem. Am Pudong Airport ist der ganz linke Schalter für die 144-Stunden-Einreise bereits gut erkennbar ausgeschildert. Und während sich bei den normalen Einreiseschaltern lange Schlangen bilden ist am Sonderschalter fast nichts los. Die Weiterflugpapiere werden eingescannt und geprüft (mogeln ist hier nicht möglich) und man bekommt den ersehnten Stempel in den Reisepass. 


Um vom Flughafen in die Stadt zu kommen kann man entweder die oftmals überfüllte U-Bahn nehmen oder ein Stück davon wesentlich schneller und bequemer mit dem Transrapid mit bis zu 450 KM/H fahren.

Apropos U-Bahn: die Chinesen stehen brav in einer Schlange an den Türenseiten bis der Zug einfährt. Die asiatische Zurückhaltung endet jedoch sofort wenn sich die Türen öffnen. Dann wird gedrängelt ohne Ende.
Die Stationen sind auch auf englisch angeschrieben. Ansonsten kommt man mit englisch ausgesprochen schlecht zurecht. Selbst junge Leute sprechen es kaum. Um so mehr sollte man alarmiert sein, wenn man plötzlich von einer jungen Chinesin in perfektem Englisch unter einem Vorwand "can you make a picture with me" angesprochen wird und am Ende des Gesprächs zum Tee eingeladen wird. Restaurants sucht man sich am besten danach aus wo man sein Essen auch anhand von Abbildungen bestellen kann.

Das Leben tobt Zweifelslos am Bund. Die Uferpromenade am Huangpu-Fluss ist Tag und Nacht belebt. Will man auf die andere Seite des Flusses kommen, hat man zwei Möglichkeiten: Man nimmt die U-bahn oder den Tunnel. Natürlich wäre ein einfacher Tunnel für Chinesische Verhältnisse viel zu banal. In kleinen Gondeln fährt man durch den von allerhand Lichteffekte ausgestalteten Bund Sightseeing Tunnel.

Auf der anderes Seite kann man mehrere Gebäude erklimmen. Ich entscheide mich diesmal für den Oriental Pearl Tower, schon alleine wegen seiner aussergewöhnlichen Architektur. Ich habe Glück, die Anstehzeit beträgt nur eine Stunde. Angeblich sollen bis über drei Stunden üblich sein. Auch hier muss man verdammt aufpassen, dass sich Einheimische nicht laufend vordrängeln. Der Pearl Tower besteht aus mehreren Etagen, auf der mittleren können mutige durch einen Glassboden direkt in die Tiefe schauen.


Ein Muss ist der Yu-Garden, der inmitten der touristischen Altstadt liegt. Ein sehr idyllischer abwechslungsreicher Park mit Steinskulpturen und Steindrachen. 

Die umgebende Altstadt ist voll von Läden. In schöner Regelmäßigkeit wird man angesprochen ob man eine "Marken"Uhr oder -Tasche kaufen will. Ursprüngliche dachte ich die Chinesin am Eingang wollte mich freundlicherweise vor Taschendieben waren "Watch you bag", aber nach einer Weile kommt mir der Verdacht, dass sie wohl eher "Watch or bag?" gesagt hat. Mittendrin gibt es einen Imbissstand mit einer besonderen Spezialität: Mit Suppe gefüllte Dumplings, die man erst mit einem Strohhalm aussaugen muss. Aufgrund der langen Schlange kann man ihn fast nicht verfehlen. 


Läuft man weiter gen Süden sieht man letzte Reste des ursprünglichen Shanghais. Kleine, gedrungene Gebäude, Wäsche auf den Leinen in der Straße, Frauen die mitten auf der Strasse Gemüse schälen, eine abenteuerliche Stromverkabelung...


Nachts sollte man noch einmal dem Bund mit der beleuchteten Skyline und der Fußgängerzone mit unzähligen Reklametafeln einen Besuch abstatten. Auch im Dunkeln wirken die Nebenstraßen für Touristen nicht wirklich gefährlich. Aber man muss sich damit abfinden, sofern man ohne weibliche Begleitung unterwegs ist, öfters mal Massagen oder Ladyboys angeboten zu bekommen.

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